Im Zuge einer Blogtour rund um das Buch „Fated Shadow – Die Jagd“ von von Kim Rylee durfte ich Euch etwas „Theorie“ zum Thema nahebringen.

Was sind eigentlich gefallene Engel?

Gefallene Engel gehören mit in den Bereich des sogenannten Höllensturzes, welchen man in den verschiedensten Religionen finden kann. Besonders verbreitet sind derartige Berichte im Neuen Testament, im Alten Testament sowie in den apokryphen Büchern. Hierbei handelt es sich um religiöse Schriften jüdischer bzw. christlicher Herkunft aus den Jahren 200 bis 400. Auch in anderen Religionen fanden sie in verwandten Motiven wie zum Beispiel Hephaistos Verbannung aus dem Olymp oder auch in Berichten über die Titanen ihre Erwähnung.

Bei den gefallenen Engeln handelt es sich um Geistwesen, welche sich der göttlichen Ordnung widersetzten also Abtrünnige. Sie lehnten sich gegen die Regeln des Himmels auf und wurden durch Gott und die übrigen Engel vertrieben. Auch Satan (usprüngl. Name Satan-el) gehörte zu diesen Wesen. Das „El“ in seinem Namen wurde später weggelassen, da es von Gott bedeutet. Sein populärster Gegenspieler war der Erzengel Michael, welcher die Engel anführte, welche ihre Brüder aus dem Himmel vertrieben.

Warum gibt es gefallene Engel?

In der Literatur wurden hierfür diverse Gründe benannt:

  •  Das Streben nach Gottgleichheit
    Manche Engel wollten sich hierbei über Gott erheben und wurden deshalb verstoßen
  • Stolz
    Einfacher wäre hier vielleicht zu sagen, dass sich einzelne Engel aufgrund ihrer Erscheinung für etwas „Besseres“ hielten
  • Weigerung, den Menschen Respekt zu bezeugen
    Dieses hängt mit den Ursprüngen zusammen wonach Satan, welcher aus Feuer erschaffen wurde sich weigerte die Menschen, welche ja aus Lehm erschaffen wurden, zu ehren
  • Der Wunsch nach Willensfreiheit
    Diese führte zu einem Entfernen von Gott, wodurch manche sogar zu Dämonen wurden. Allerdings bestand hier die Möglichkeit durch Tugend und ein gottgefälliges Leben in den Himmel zurückzukehren
  • Sexuelle Lust
    Hierbei geht es darum, dass sich eine bestimmte Gruppe von Engeln (Grigori), welche auf die Erde hinabstieß, in Menschentöchter verliebte und mit ihnen die Nephilim zeugten. Dieses führte nach manchen Überlieferungen zur Sintflut, welche das Ziel hatte, die Nephilim zu vernichten

Literatur

In der Literatur gibt es ein Epos zu dem Thema von John Milton „Paradise Lost“, aus dem ich nachfolgend zitieren möchte. Ich hoffe, dass ich euch hiermit noch ein wenig auf das Thema einstimmen konnte

… Da dem Allmächtgen er gewagt zu trotzen.
Neun Mal die Zeit, die bei den Sterblichen
Den Tag, die Nacht bezeichnet, lag er dort
Besiegt mit seiner schaudervollen Horde,
Im Feuerpfuhl sich wälzend, sinnverwirrt,
Und doch unsterblich; denn zu größrer Qual
War er verdammt, nun martert der Gedanke
Verlornen Glückes ihn, und ew’ger Pein;
Die düstern Augen wirft er rund umher,
Die Angst und tiefe Traurigkeit verrathen,
Worein verstockter Stolz und Haß sich mischt;
Er sieht, so weit als Engel können sehn,
In seiner Lage wüst‘ und elend sich,
Ein furchtbarlich Gefängniß flammt um ihn,
Gleich einem Feuerofen, doch den Flammen
Entstrahlt kein Licht; nur sichtbar finstre Nacht
Enthüllt ihm hier die Gruppen tiefen Weh’s,
Die Gegenden der Sorgen, düstre Schatten,
Wo Friede nicht, noch Ruhe je verweilt,
Wohin selbst Hoffnung, die sonst Allen naht,
Nicht kommen kann; nur endlos grimme Pein
Mischt sich der Feuerflut, genährt von Schwefel,[4]
Der ewig brennt und nimmer sich verzehrt.
Solch einen Ort erschuf der ewge Richter
Für die Empörer, deren Kerker hier
Aus tiefstem Dunkel gähnt, daß sie von Gott
Und Himmelslicht drei Mal so weit entfernt,
Als wie der Mittelpunkt vom letzten Pol.
Wie ungleich jenem Raum, aus dem sie fielen!
Dort sieht er die Genomen seines Fall’s
Von Flut und Wirbelwind der Feuermassen
Verschlungen, und an seiner Seite wälzen
Den Einen, an Verbrechen und Gewalt
Ihm selbst der nächste, der bekannt dereinst
In Palästina ward als Beelzebub.
( aus dem „Ersten Gesang“)