Im Zuge einer Wanderbuchgruppe kam es dazu, dass das Buch für mehrere Tage bei mir „geparkt“ wurde. Nun handelt es sich eigentlich nicht um eines meiner favorisierten Genres, aber ich muss zugeben, dass ich einen Tag um das Buch herumschlich und mich dann doch herantraute. Die Geschichte der 12 jährigen Candis und des Mannes, Bobby, in dessen Gewalt sie sich befindet ist die eines Mannes, der Kinder missbraucht, egal ob Jungen oder Mädchen, denn es sind alles Gottes Geschöpfe und er kann Gott nun einmal nicht leiden.
Das Buch hat mich erschreckt. Warum werdet Ihr fragen. Hier waren doch Gewalt und Exzesse zu erwarten. Es hat mich erschreckt, weil ich erkennen musste, dass es auch solche Geschehnisse eine Realität in unserer Gesellschaft darstellen und ich damit konfrontiert wurde, wie selbst andere Kinder einen Grundstein zu einer solchen Verirrung des Geistes legen können.
Das Buch ist hart, sehr hart sogar. An manchen Stellen überkam mich der Wunsch, es einfach wegzulegen und aus meinen Gedanken zu schieben, aber ich konnte nicht, ich musste einfach die ganze Geschichte zu Ende „erleben“, um auch damit innerlich abschließen zu können.
Einziger Wermutstropfen, ich hätte dem Buch einen besseren Lektor gewünscht.
Ist es nun eine Leseempfehlung? Das Buch ist keine Alltagslektüre und ich würde es niemandem empfehlen der zart besaitet ist. Andererseits bin ich der Ansicht, dass man vor vielen Dingen auch nicht die Augen verschließen darf. Deshalb würde ich es Lesern, welche harte, blutige und trotzdem nicht unrealistische Literatur verkraften, empfehlen.